Ran an die Silhouetten

Weite Hosen, schmale Oberteile, Spiel mit Längen und Proportionen: 2016 wird das Jahr der neuen Silhouetten (siehe letzte Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung). Und das ist großartig, möchte man allen Einzelhändlern und Herstellern zurufen. Denn darin steckt eine Riesenchance, dass Mode bei den Verbraucherinnen endlich mal wieder an Attraktivität gewinnt – und dadurch die Umsätze nach langer Durststrecke in die Höhe gehen könnten.

Der Modehandel könnte es gut gebrauchen. Wenn man bedenkt, dass 2015 laut Statistischem Bundesamt das stärkste Geschäftsjahr im deutschen Einzelhandel war, fragt man sich, weshalb der Modehandel davon nicht profitiert hat. Laut TW-Testclub hat die Branche das Jahr 2015 mit einem Pari abgeschlossen, und es gibt sicherlich mehr als genug, die im Minus gelandet sind.

Klar, wir wissen alle, dass Mode nicht mehr den Stellenwert hat wie früher – die Bundesbürger geben im Schnitt nur noch 1,6 Prozent ihres Nettoeinkommens für Bekleidung aus, so die GFK. Stattdessen boomen Reisen, Wellness-Trips, elektronische Geräte, Essen/Gastronomie, Kosmetik, etc.

Umso wichtiger ist es jetzt, die Botschaft zu transportieren, dass in der Mode etwas passiert. Den Frauen klar zu machen, dass sie in diesem Jahr eine weitere Hose brauchen – und damit auch ein schmales Oberteil, einen anderen Schuh und eine andere Jacke.

Mit den veränderten Silhouetten ist es mit einem neuen Teil nicht mehr getan. Der ganze Look wird neu zusammengestellt. Wir haben die X-Silhouette mit einem Comeback der Taille. Wir haben die H-Silhouette mit einer schmeichelnden, lässig gerade geschnittenen Linie. Wir haben die O-Sihouette mit Eggshape und Hüllen. Wir haben die moderate A-Silhouette, und die Y-Silhouette mit langen Oberteilen zu schmalen Hosen läuft weiter.

Insofern stehen alle Zeichen auf rosarot. Es gibt wirklich so viele Möglichkeiten, Proportionen neu zu interpretieren. Vorausgesetzt, dass die neuen Themen auch in den Geschäften zu sehen sind. Dass sie entsprechend gemerchandist werden, auf den Flächen dekoriert, von Verkaufspersonal selbst getragen und erklärt werden.

Auf weniger Umsatz mit weniger Personal zu reagieren, ist der denkbar schlechteste Weg. Gerade jetzt hat der stationäre Handel die einmalige Chance, mit gut geschultem Personal und einem modischen Gespür die Kunden abzuholen, zu erreichen, zu motivieren. Denn die vielen Silhouetten sind beratungsintensiv.

Wann immer modisch etwas Neues beginnt, braucht es Zeit, die Mainstream-Kundin zu erreichen. Doch weiterhin ausschließlich an Vertrautem festzuhalten, ist sicher der falsche Weg. Insofern wünsche ich allen ein glückliches modisches Händchen und auch sonst alles Gute für 2016.

Happy New Year!

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