Culotte, hot or not?

MulberryAW15_Look01
Mulberry Herbst 2015

Mehr modische Spitzen, mehr Highlights, mehr Mut – das waren die Schlagworte, als die Einkaufsrunde noch in den Startlöchern war. Jetzt, einige Wochen später, wo die guten Vorsätze auf dem Orderblock landen müssen, hört man immer wieder, so auch auf der Premium Order in München: An das Thema Culotte trauen sich viele Einkäufer nicht so richtig ran.

Mitunter sogar verständlich. Einige Hersteller haben die Culotte so interpretiert, dass man Stoßgebete zum Himmel senden möchte, sie so hoffentlich niemals auf der Straße zu sehen. Diese Hosenform, die nun mal an der dicksten Stelle der Wade endet, macht in beigem Wollcrêpe oder hellgrauen Flanell mit weißem Gitterfenster keine Frau schöner. Da sieht selbst die 20-Jährige mit Konfektionsgröße 36 älter als ihre Großmutter aus.

Bei dieser Hose entscheidet das Material extrem über den Grad der Modernität. In Leder, Lederimitat, einem Wollcrêpe oder Wollgemisch wirkt die Culotte gleich ganz anders als in Flanell. Und wenn Flanell, dann bitte in dunkel und nicht in Taupe oder Hellgrau – und schon gar nicht mit Dessins.  Die neue weite Silhouette und dann noch Muster wird vermutlich viele Kundinnen schnell überfordern.

Auf sie zu verzichten, wäre trotzdem fatal. Dann kauft die modische Frau sie nämlich garantiert bei Zara, Cos oder H & M. Das gilt genauso für weite Hosen und Bootcut-Modelle. Seit Jahren beherrscht die Skinny die Kleiderschränke der Frauen. Die Röhre hat innerhalb von zehn Jahren fast jedes andere Hosenmodell verdrängt. Und damals, als der Trend hochkam, gab es auch viel Skepsis, ob die Hose, die sich von der Hüfte über die Wölbung des Knies bis hin zum Knöchel so eng an das Bein schmiegt, dass kaum mehr als ein Fingerbreit zwischen Stoff und Haut passt, wirklich kommerziell sein kann.

Dass nach dieser langen Zeit zumindest modische Frauen Lust auf neue Hosensilhouetten haben, ist so sicher wie die Tatsache, dass Nicole Kidman zuviel Botox spritzt. Stilikonen wie die russische Bloggerin Miroslava Duma wurden schon während der letzten Designerschauen in der Culotte gesichtet.

Mit Sicherheit wird die Culotte die Skinny nicht vom Thron stoßen. Aber als Highlight, modische Spitze, Lockvogel ist sie definitiv ein Muss. Genauso wie die weite Hose. Also bitte mutig sein.

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One thought on “Culotte, hot or not?

  1. Diesen Aufruf kann ich nur unterstreichen. Wir benötigen Innovation. Wir haben bei ( THE MERCER ) N.Y. bereits zum F/S 15 die Culotte verkauft und nun zum H/W in Lammnappa nachgelegt. Allerdings bleibt es die modische Spitze. Weite Marlenehosen in Jersey aus der Capsule Collection in Zusammenarbeit mit Annette Weber von der InStyle dagegen waren ein absoluter Bestseller im Verkauf. Die modischen Frauen suchen nach Alternativen zur Skinny und der Look wird einfach neuer mit neuen Unterteilen. Herzliche Grüße Angelika Schindler-Obenhaus

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