Aber bitte mit Störfaktor!

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„Wir nehmen die ikonischsten Marken der jeweiligen Produktkategorien und bringen sie zusammen, um die perfekte Garderobe zu kreieren. Das ist die einzige und alleinige Idee“, äußerte sich kürzlich Vetements-CEO Guram Gvasalia in der US-Vogue. Das ist durchaus ungewöhnlich für den Chef einer Modemarke. Aber sie zeigt die gravierenden Veränderungen unserer Branche und damit auch der Mode und Art und Weise, wie man sie kombiniert und interpretiert. Denn durch unsere Selfie-Kultur und den Einfluss von Instagram und Pinterest werden Trends und Looks anders zusammengestellt. Vor allem  die Herangehensweise, das Kombinieren ist das Spannende. Wer heute im perfekt aufeinander abgestimmten Total-Look von Kopf bis Fuß aus dem Haus geht, ist so richtungsweisend wie Dieter Bohlen im Entertainment.

Das Unperfekte wird zum neuen Statussymbol. Es geht um die Verbindung von vermeintlichen Gegensätzen. Perfekte Ästhetik ist ein Auslaufmodell. Streetwear-Einflüsse sind größer denn je. Wenn die Designerschauen etwas gezeigt haben, dann das:

Alles muss instagramable sein. Allein die Art und Weise, wie Kollektionen und Looks zusammengestellt werden, hat nichts mehr mit dem vor ein paar Jahren zu tun. Es geht darum, die Kraft der Straße zu nutzen, um modische Botschaften zu kommunizieren und Regeln zu brechen.

Für die Industrie steckt die Herausforderung darin, die Kollektionen nicht mehr so zu aufzubauen und im Showroom zu hängen wie seit 30 Jahren. Für den Handel ist es nicht anders. Die Präsentation am POS muss heute anders aussehen als noch vor fünf Jahren. Es braucht stilistische Brüche in einem Look, Farben und Muster, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Söckchen in die High Heels, Adiletten zum Hosenanzug, Hoodie überm Kleid.

Das Neue ist wirklich der freie, ungewöhnliche Umgang mit den Themen, das bewusste Einsetzen von Störfaktoren in den Outfits. Denn das Zeitalter der zunehmenden Digitalisierung bringt nicht nur mehr Freiheit mit sich, sondern fordert uns alle auf, alte Strukturen und Prozesse zu hinterfragen. Das alles fordert größte Aufmerksamkeit voraus. Aber darin stecken auch richtig gute neue Chancen.

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