“Jeder Händler muss sich mit Liquidität versorgen, um bis zum Jahresende über die Runden zu kommen”

Wie geht es in der Mode nach dem Shutdown weiter? Welche Schritte machen Sinn? Was sind die herausfordernden Themen? spielerweekly startet mit einer Gesprächsserie an Branchenexperten, die ihre Einschätzung zu Covid 19 und ihren Folgen für die Modebranche geben. Den Auftakt macht Angelika Schindler-Obenhaus, Vorstand Katag für Produkt, Einkauf, Marketing und IT.

spielerweekly: Zurzeit ist Social Media für stationäre Händler die einzige Möglichkeit, mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Das Angebot reicht von Live Verkaufshows, Talks bis zu emotionalen Appellen, Gutscheine zu kaufen, um Existenzen zu sichern. Wie wichtig ist jetzt die Kommunikation über Instagram und Facebook?

Angelika Schindler-Obenhaus: Die Kommunikation über Instagram und Facebook ist zurzeit unverzichtbar, um den Kontakt mit seinen Kunden halten zu können. Whats App spielt daneben auch eine große Rolle im Direktkontakt.

Haben Sie Feedback, ob Ihre Kunden denn auf diese Art und Weise auch verkaufen?

Ja. Viele Händler können durch diesen Verkauf wenigstens etwas Liquidität generieren. Kleinere, persönlich geführte oder auf den sozialen Medien etablierte Händler haben es etwas leichter. Zudem kommen wir den Anfragen nach Anbindung an Modehaus.de und MyVeo Online Shops zur Zeit kaum hinterher.

Auch wenn uns der Lockdown in Aussicht gestellt wird, werden vermutlich erst einmal die kleineren Geschäfte wie in Österreich eröffnen dürfen. Wie lange halten größere Häuser noch durch, wenn Sie nach Ostern nicht öffnen dürfen?

Wir versuchen gerade mit größter Kraftanstrengung, die Politik davon zu überzeugen, dass sofort alle öffnen dürfen. Erstens haben wir eine andere Infrastruktur im Handel, die nicht vergleichbar ist mit Österreich, und unserer Ansicht nach ist die Abstandsregelung gerade in größeren Geschäften viel besser umsetzbar ist als in kleineren Geschäften.

Könnte es durch die Corona-Krise ein Comeback des lokalen stationären Handels geben?

Das ist zu hoffen. Mich hat in meinen Gesprächen aber eher erstaunt, dass selbst Händler davon ausgehen, dass sie höhere Online-Aktivitäten erwarten als vor der Krise. Man muss bedenken, dass eine der anteilsmäßig größeren Gruppe an Kunden der 60 plus vielleicht noch nicht sofort wieder los stürmt, sondern sich aus gesundheitlichen Gründen noch etwas zurückhält. Die Gefahr der Ansteckung ist ja nach wie vor real.

Was halten Sie von der Diskussion, Liefertermine nach hinten zu schieben? Lässt sich das Rad so leicht zurückdrehen?

Nein, das halte ich für ausgeschlossen.

Was wird Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung sein in den nächsten Monaten?

Die Kosten in Relation zu den Umsatzverlusten anpassen zu können. Wichtig ist, dass sich jetzt jeder Händler mit Liquidität versorgt, um bis Ende des Jahres gut über die Runden kommen zu können.

Published by spielerweekly

Mehr als schöner Schein. spielerweekly berichtet über Mode, Trends, Kreative und Sortimente aus der Sicht all derer, die Mode nicht nur als Entertainment sehen, sondern damit ihr Geld verdienen möchten.

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