Die Top Five der Berlin Fashion Week

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Die Show von Dorothee Schumacher Herbst/Winter 2015/16

Im Vorfeld wurde viel über die Zukunft von Berlin diskutiert. Wie geht es weiter? Was wird aus der Fashion Week? Wie laufen die Modemessen ohne Bread & Butter?

„Berlin steht als Modestandort an einem Scheideweg zwischen Himmel und Hölle“, sagte Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp zu Beginn der Fashion Week auf der Konferenz Mode & Stil des Zeit-Magazins, wo viel um die Zukunft von Berlin als Modestadt diskutiert wurde.

Vier Tage später kann man sagen: Im Himmel schwebt Berlin noch lange nicht. In der Hölle muss die Stadt aber auch nicht schmoren. Premium und Panorama haben bewiesen, dass sie auch ohne Bread & Butter genügend Strahlkraft bieten. Beide Messen waren hervorragend besucht, genauso die Seek und Show & Order. Die Fashion Week hat Defizite. Es gibt zu viele belanglose Shows im offiziellen Kalender mit Kollektionen, die auf dem Laufsteg nichts zu suchen haben und Mode mit schlechter Unterhaltung verwechseln. Doch mit dem Modesalon Berlin, der erstmals ins Leben gerufen wurde, hat die deutsche Mode ein positives Signal gesetzt. Diese Plattform hat kreatives Potenzial, und das lässt für die Zukunft hoffen.

Die Top Five der Berlin Fashion Week:

1. Berliner Modesalon

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Zufrieden: Johnny Talbot und Adrian Runhof von Talbot Runhof
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Iris von Arnim
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Talbot Runhof
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Schacky
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Die Präsentation von Allude
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René

Dies war eine der besten Ideen von Chrstiane Arp und Markus Kurz, Inhaber der Kreativagentur Nowadays, für den Standort Berlin. Zusammen mit der Gründung eines German Fashion Design Council zur Unterstützung junger Kreativer. Die Beiden haben eine Auswahl von 18 Designern im Kronprinzenpalais versammelt, darunter Augustin Teboul, Malaikaraiss, Perret Schaad, Odeeh, Iris von Arnim, Allude, Dorothee Schumacher, Hien Le, René, Schacky, Talbot Runhof und Lala Berlin. Einkäufer und Journalisten konnten ausgesuchte Entwürfe und Installationen der Kreativen in ansprechendem Ambiente betrachten, fühlen – und mit den Designer darüber diskutieren. Die waren nämlich alle vor Ort. Auch die Entscheidung, die Veranstaltung zeitlich zu limitieren, war richtig, denn so verwandelte sich der spätklassizistische Palais unter den Linden für drei Stunden zum kreativen und kommunikativen Treffpunkt.

 

2015-01-20 14.41.362015-01-20 14.40.14 2015-01-20 14.41.21 2. Odeeh. Ihre Präsentation war nicht nur die Größte im Kronprinzenpalais, sondern auch die Beste. Die beiden Designer Jörg Ehrlich und Otto Drögsler hatten Berlin schon den Rücken gekehrt. Sie verkaufen ihre Kollektion in Düsseldorf und München – ihre internationalen Kunden treffen sie in Paris. Für die Initiative im Kronprinzenpalais sind sie nach Berlin zurückgekehrt – als zusätzliche Plattform. Man kann nur sagen: glücklicherweise, denn das hat den Standort bereichert. Ehrlich und Drögsler beherrschen das Spiel mit Formen und Farben, Texturen und Strukturen. Ihr eklektischer Look und rigider Umgang mit Silhouetten spricht eine moderne, internationale Sprache. Und zeugt von Mut. Viele Jahre waren die Beiden das Kreativteam von René Lezard, bevor sie ihre eigene Kollektion ins Leben gerufen haben. Mittlerweile hängt Odeeh in renommierten Geschäften – und ist definitiv ein Aushängeschild für deutsche Mode.

Schumacher Show - Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Autumn/Winter 2015/16 Schumacher Show - Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Autumn/Winter 2015/16 Schumacher Show - Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Autumn/Winter 2015/16 Schumacher Show - Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Autumn/Winter 2015/16 3. Dorothee Schumacher. Sie ist seit Jahren das Zugpferd der Berlin Fashion Week – und auch in dieser Saison zweifelsfrei der Höhepunkt. Ihre schwingenden A-Silhouetten mit erhöhter Taille, abstrakten floralen Muster in Herbstlaubtönen und reiche Materialien wie Jacquard, Tweed und Ponyskin verbinden sich zu dem für Schumacher charakteristisch feminen Look, der sich immer wieder neu erfindet und dennoch unverwechselbar Schumacher ist. Genauso wie ihre Präsentationen: Im Foyer der Villa Elisabeth wurden die Gäste von einem Blumengebinde aus 1000 Rosen und Eukalyptuszweigen empfangen, am Eingang wehten luftige Stoffbahnen in der Luft. Bei Dorothee Schumacher sitzt jedes Detail.“Nie ist eine Kollektion so selbstverständlich und mit solcher Leichtigkeit entstanden wie diese“, schreibt sie in einem Brief an ihre Gäste. Diese Leichtigkeit transportiert die Kollektion – und hat trotzdem Substanz. Wäre schön, wenn so manch anderer Designer in Berlin sich davon ein Stück abschneiden könnte. Dann gäbe es nicht so viel belanglose Kollektionen auf dem Laufsteg zu sehen, und Berlin wäre einen Schritt weiter.

2015-01-21 18.46.04-1 2015-01-21 18.47.32 2015-01-21 18.51.59 2015-01-21 18.52.354. Perret Schaad. Wer so klar über Saisons hinweg seine Handschrift entwickelt, hat verdient, mehr Beachtung zu finden. Die minimalistischen Entwürfe von Johanna Perret und Tutia Schaad stehen für eine neue Generation von Klassik , gepaart mit einem unverwechselbaren Farbgefühl. Eine rote Seidenbluse zum dunkelroten Midi-Rock, dazu pinkfarbene Sandalen und eine Tasche in Currygelb – das geht gar nicht, könnte man meinen. Perret Schaad beweist das Gegenteil.

5. Frauke Gembalies. Sie ist in der Modebranche keine Unbekannte. Die Berliner Designern, früher bei Akris, Rena Lange und Lanvin, geht einen ganz anderen Weg. Sie verkauft ihre Kollektion in exklusivem Rahmen an exklusive Kunden im Direktvertrieb. Das führt dazu, dass ihre Kunden die luxuriösen Hüllenmäntel, Männerhemden, Bouclé-Oversized-Pullover und Lederkleider sechs bis acht Wochen nach Ordereingang bekommen. Beste Qualität, alles wird in Frankreich produziert – zu einem fairen Preis. Auch das ist eine Möglichkeit als Designer, seinen Weg zu gehen.

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