Die Modethemen aus Düsseldorf

ulla johnson

Nach Berlin geht der Spaß erst richtig los. Ab Mitte Januar wird geordert, und da spielt Düsseldorf eine zentrale Rolle. Das haben die letzten Tage gezeigt. Hier werden die Termine abgearbeitet, aber gestöbert oder herumgeschaut – diese Zeiten sind leider vorbei.

Düsseldorf hat die Modethemen von Berlin noch einmal bestätigt. Farbe bleibt ein wichtiger Motor, und man kann nur wünschen, dass größere Häuser ihr Farbkonzept schon gemacht haben, um der Flut an verschiedenen Farbrichtungen Herr zu werden. Von Rot- und Pinknuancen über Orange, Kürbis und Gelbvarianten bis hin zu satten, kräftigen Grüntönen reicht die Farbskala der Saison. Nicht zu vergessen alle mittleren Blautöne und erstaunlich viel Lila, was in sehr modischen Kollektionen wie Essentiel Antwerp und skandinavischen Labels sogar noch mit Nougat- und Cameltönen gespielt wird. Alles rund um Camel und Braun ist mit Sicherheit die neueste Farbschiene.

Camel wird erstaunlich gut bewertet. Auch hier scheinen alte Vorurteile überwunden zu sein. Das mag auch daran liegen, dass diese Farbe mit Rot, Electric Blue, Grün oder Gelb kombiniert werden kann und damit ein anderer, moderner Look entsteht. Edel bleibt der Klassiker mit Schwarz und Weiß. Das passt gut vor dem Hintergrund, dass Li Edelkoort auf der Munich Fabric Start einen exklusiven Ausblick für die Farben Herbst/Winter 2020/21 gegeben – und Braun als neue Trendfarbe ausgerufen hat. Von Schwarzbraun über Schokobraun bis Nougat und Caramel. Auf den ersten Blick nicht einfach, aber auf den zweiten Blick sehr viel moderner als Farbe in Kombination mit Schwarz.

Auch Drucke und Dessins spielen im kommenden Herbst/Winter eine Schlüsselrolle. Angesichts der vielen Animalmuster in allen Produktgruppen und Ausführungen, von klassisch bis abstrahiert, von Leo, Schlange bis Zebra, von authentisch bis in Farbe, fragt man sich schon, wer um Himmels Willen all diese Animalprints noch anziehen soll bzw. möchte, wo es doch schon in diesem Herbst und auch in der aktuellen Frühjahrssaison so viel von dem tierischen Muster gibt.

Gleiches gilt für Karo, das weiterläuft. Auch bei diesem Trend muss man darauf achten, dass das Karo neu und nicht gehabt aussieht.

Und sonst so?… spielen Kleider nach wie vor eine Hauptrolle, aber Midiröcke sichern sich zumindest eine kleine Rolle in den Sortimenten. Bei Hosen kommen neue Proportionen ins Spiel, lässig und moderat weit. Blazer funktionieren, wenn sie leicht und unkompliziert verarbeitet sind. Mäntel laufen weiter zu Hochform auf. Überhaupt kann Outdoor dem Himmel jeden Tag dafür danken, dass im Januar Schnee und kalte  Temperaturen das Jacken-Desaster noch in letzter Minute verhindert haben. Allerdings stellt man sich angesichts der vielen Puffa Jackets, die im Umlauf sind, durchaus die Frage, wie viele deutsche Frauen sich in die übergroßen Daunenjacken schmeißen werden. Da gilt es das richtige Maß zu finden, wobei man sagen muss, dass die neuen Proportionen und das Spiel mit Weite Modernität in das Thema bringen. Genauso wie bei Strick, das dank der vielen Farben und neuen Silhouetten – von Oversized bis zur Opa-Strickjacke – ein Glanzlicht bei der Order bildet.

 

 

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