Donald Trump, Alice Schwarzer und die rosaroten Pussy Hats

Dass es im Jahre 2017 zu einer Neuauflage des Feminismus kommen würde, hätte Alice Schwarzer vermutlich nicht einmal in ihren kühnsten Träumen zu hoffen gewagt. Wann hat es das zuletzt gegeben…unmittelbar nach Amtseinführung des US-Präsidenten Donald Trump haben über drei Millionen Frauen gegen den frauenfeindlichen Amerikaner protestiert. Nach jahrelanger Politikverdrossenheit spüren die weiblichen Vertreterinnen von Generation Y und Generation Millennium, dass sich etwas verändert und sie das, was ihre Großmütter und Mütter an Gleichberechtigung und Rechten erarbeitet haben, sich nicht von alten weißen Männern wieder nehmen lassen möchten.

„Die aktuelle politische Lage ist schrecklich und hoffnungsvoll zugleich. Schrecklich, dass so jemand wie Donald Trump als mächtigster Mann der Welt regiert. Hoffnungsvoll, dass wir aufwachen und wieder unser politisches Gewissen entdecken”, sagte Trend-Forscherin Li Edelkoort auf der Munich Fabric Start, die vor zwei Jahren mit der Aussage “Fashion is dead” sehr viel Debatten ausgelöst hat, inwiefern die Mode noch eine Zukunft hat.

Spätestens in dieser Saison haben die Modemarken die Niederländerin eines Besseren belehrt.Schon die Modenschau von Vetements im Januar war ein Appell für mehr Toleranz, und auch Talbot Runhof zeigte auf der Berlin Fashion Week eine Reihe von Shirts mit politischen Statements, darunter eines mit der Anzahl der Stimmen, die Hillary Clinton mehr als ihr Gegner hatte.

Und auch in New York, London oder Mailand ging es in den letzten Tagen nicht um den besten Instagram-Shot, die Blogger-Blase und ihre durchschaubare Selbstinszenierung, sondern darum, mit Mode Gesellschaftskritik zu üben und ein politisches Zeichen zu setzen. Endlich hat Mode wieder ein Stück weit die Rolle übernommen, als Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung zu agieren.

Angela Missoni etwa hat hunderte von pinkfarbenen Pussy-Hats mit Zickzack-Mustern im Vorfeld stricken lassen und in der Front Row verteilt. Nach der Show appelliert die Designerin für das gemeinsame sich stark machen für die Rechte der Frau.“

Donatella Versace schickt T-Shirts mit applizierten Botschaften wie “Courage”, “Loyalty” oder “Equality” über den Laufsteg. Miuccia Prada setzt dem maskuline Elemente entgegen, die sie mit Federn, Perlen und zarten Stoffen in ein reizvolles Zusammenspiel bringt. Und das sind nur einige Beispiele.

Dass man dieses Thema auch intelligent kommerziell nutzen kann, haben Glamour und Dorothee Schumacher gezeigt. Die Münchner Modezeitschrift hat ihre komplette März-Ausgabe dem Thema Feminismus gewidmet. Dorothee Schumacher hat eine kleine T-Shirt-Serie mit smarten Feminismus-Slogans wie “I want to marry a Feminist” oder “Believe in your female energy” entworfen, die es aktuell im Online-Shop von Dorothee Schumacher für 89 Euro zu kaufen gibt. Daraus lassen sich auch Kundenaktionen drehen, wie das Beispiel Sagmeister in Bregenz zeigt. So präsentiert sich in diesen Tagen das gesamte Sales-Team des Modeunternehmens Sagmeister in Bregenz auf dem firmeneigenen Instagram-Account mit dem Schumacher-Shirt. So sieht intelligente Frauen-Power aus, mit der sich sogar Geschäfte machen lassen kann.

 

 

 

 

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